Laufgeschichte / Hintergründe

Siegerinnen Herbslauf 2008
Siegerinnen Herbstlauf 2008
Herbstlauf GSV Porz
Entstehung und Entwicklung von 1973 bis 2008


Von Karl Winthuis

Nachdem die Joggingwelle in den 60er Jahren von Amerika aus auf unseren Kontinent überschwappte, wollten sich immer mehr Jogger miteinander messen. Nur, es gab keine, oder nur sehr wenige, Veranstaltungen auf denen die Volks- oder Vereinslose Läufer sich miteinander oder gar mit Vereinsläufer auf den Langstrecken messen konnten. Der Deutsche Leichtathletik Verband behandelte die Langläufer damals sowieso wie lästige Stiefkinder. Einige Vereine zierten sich noch längere Zeit zu akzeptieren, dass auch Vereinslose Läufer an Wettkämpfen teilnehmen wollten. Ich erinnere mich dass diese Vereine sogar getrennte Ergebnislisten für die Breitensportler erstellten. .So kam es, dass Helmut Urbach, damals schon der erfolgreichste Langläufer des GSV, im Jahre 1973 noch 250 KM. nach Schwörstadt fahren musste um an einem 25 KM. Lauf teilnehmen zu können, den er als Zweitplatzierter, hinter dem Nationalläufer Strittmacher, beendete. Später gewann er diesen Lauf noch elfmal und lernte da auch seine Frau Ingeborg kennen.

Jedenfalls ließ dieser Lauf bei Helmut Urbach den Wunsch nach einer eigenen Veranstaltung aufkommen. Schnell hatte er seine Vereinskameraden und den Vorstand, unter dem Vorsitz von Friedhelm Speck, von dieser Idee überzeugt und so wurde auf Buß und Bettag des Jahres 1973 der erste Kölner Straßenlauf über 10 und 25 KM. unter dem Namen „ Rund um das Gestüt Röttgen“ gestartet. Der Umstand dass der Lauf gar nicht ganz um, sondern mitten durch das Gestüt ging, und der zunehmende Bekanntheitsgrad von Helmut Urbach, trug wohl sehr dazu bei dass die Teilnehmerzahlen von Jahr zu Jahr stiegen. Das wiederum erforderte von der GSV Langlaufgruppe immer wieder größere Organisatorische Leistungen. Allerdings war es so, das im Gegensatz zu Heute, wo man sieben Ämter um die Genehmigung der Veranstaltung bitten muss, damals nur ein Amt zuständig war. Dadurch waren auch die Gebühren niedriger und erleichterte die Organisation wesentlich. Ältere Läufer/ innen werden sich noch erinnern, dass die Zeit noch von Hand gestoppt wurde, dass im Zieleinlauf jede Startkarte, die noch nach Altersklassen unterteilt, verschieden farbig waren, von der, zumindest schweißnassen, Brust des Läufers oder der Läuferin gerissen wurde, dass alles von Hand ausgewertet wurde, dass die Urkunden von Hand geschrieben wurden u.s.w. Es war also nicht so technisiert und einfach wie heute.

Bei einem Startgeld von 3,00 DM. gingen 200 Läufer und Läuferinnen an den Start. Als erste Sieger konnten sich bei den Männern Günter Mielke, in 1:21:59 Std. und bei den Frauen Marie Teichmann, in 1:35:37 Std. in die Siegerliste eintragen. Ihnen folgten so bekannte Namen wie Heinz Jungbauer, der Belgische Nationalläufer Eddi Hellebueyk, und Karl Fleschen, der den Lauf 6 mal gewann und seit 1979 mit einer Zeit von 1:15:48 Std. den Streckenrekord hält. Bei den Frauen trugen sich außer Monika Lövenich, die 1981 den Streckenrekord 1:30:48 Std. schraubte, unter anderem noch Christa Valensieck, Bernadette Hudy, Ursula Kröther und Birgit Lennartz in die Siegerliste ein.

Im Jahr 1992 änderte der DLV die Regeln, wonach der Lauf ab 1993 auf die Halbmarathon Distanz von 21,1 KM. gekürzt wurde. Nach dem Tod der Gestütseignerin wurde auch die Erlaubnis durch das Gestüt zu laufen entzogen. Helmut Urbach nannte den Lauf nun „Herbstlauf“ und verlegte ihn in das Erholungsgebiet Leidenhausen wo er, durch den Bau der ICE Trasse leicht verändert, heute noch stattfindet. Den momentan gültigen Streckenrekord hält über 10 KM. Olaf Sabatschus/ ASV Köln mit 29:45 Min.. Über die Halbmarathon Strecke sind Maciek Miereczku aus Polen, in 1:07:58 Std., sowie Stefanie Söder/ ASV Köln in 1:18:17 Std. die Rekordhalter.

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